Wenn an der TU Ilmenau Kunststoffteile bis zur Belastungsgrenze und darüber hinaus getestet werden, ist Niels Milde als einer der wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Forschungsgruppe „Energie- und materialeffiziente Produktionsprozesse für biogene Kunststoffe“ (EMProBio) dabei. Ein Projekt des Thüringer Zentrums für Maschinenbau (ThZM), an dem fünf Thüringer Forschungseinrichtungen beteiligt sind.

Kunststofffertigung, aber nachhaltig.

Inhaltlich begleitet wird das Vorhaben durch einen Industriebeirat, in dem acht Thüringer Unternehmen vertreten sind. Sie alle sind gespannt auf die Testergebnisse, die Niels aufbereitet. Denn sie verraten, wie biogene Kunststoffe ressourcenschonend und energieeffizient eingesetzt werden können, ohne dass sie an Stabilität und Einsatzmöglichkeiten verlieren.
Nachwachsende Rohstoffe aus Thüringen: Holz und Wissen.

„Biogen sind Kunststoffe dann, wenn sie ganz oder zumindest teilweise aus regenerativen Rohstoffen bestehen“, erklärt Niels, der zuvor an der TU Ilmenau Maschinenbau studiert und seinen Abschluss zum Diplom-Ingenieur gemacht hat. Im Falle des EMProBio-Projekts werden Holzfasern als nachhaltiger Rohstoff genutzt. Was natürlich praktisch ist in einem waldreichen Land wie Thüringen. Dass der Freistaat zudem zu Deutschlands wichtigsten Standorten in der Kunststoffindustrie gehört und über entsprechendes Know-how verfügt, spielt dem Projekt zusätzlich in die Karten. Andersherum profitieren auch die Unternehmen von den Ergebnissen der Forschung, die direkt vor ihrer Haustür stattfindet. Für die Testreihen werden vorher exakt berechnete Kunststoffobjekte per 3D-Druck gefertigt und dann unter Belastung gesetzt, bis sie zerbrechen.

So sammeln die Forscher:innen Erkenntnisse darüber, welche Geometrien und welches Druckverfahren die Eigenschaften des Kunststoffs wie beeinflussen. Die Testergebnisse bereitet Niels auf, damit sie veröffentlicht werden können und mittelfristig z. B. für Unternehmen nutzbar werden. „Unsere Ergebnisse liegen zunächst nur in Text- und Tabellenform vor. Aber da lassen sich natürlich Gestaltungsrichtlinien ableiten, die in den Produktentwicklungsprozess eingebunden werden können“, ist sich Niels sicher.
In Thüringen geforscht. Von Europa gefördert.

Gefördert wird das Projekt unter anderem vom Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus). Primär mit dem Ziel, für Thüringen hochqualifizierte Fachkräfte wie Niels Milde zu sichern. Die Förderung war für Niels ein Glücksfall, da er so seine ersten beruflichen Schritte in der Forschung gehen konnte. Ein Weg, den er gern auch in Zukunft weiterverfolgen möchte.
Ob diese Zukunft in Thüringen liegt? Gut möglich. Schließlich stammt Niels’ Familie väterlicherseits aus Thüringen. Und dass der Freistaat auch dank der Unterstützung durch Europa und den ESF Plus ein erstklassiger Forschungsstandort ist, kann Niels aus eigener Erfahrung bestätigen.





















