
Wenn der Wald zum Klassenzimmer wird.

Seit Zane ein Kind ist, liebt sie es, im Wald zu sein. Und schon als Jugendliche wusste sie, dass sie später den Wald zu ihrem Arbeitsplatz machen möchte. Erste Erfahrungen hat sie bei einem betrieblichen Praktikum in der 6. Klasse gesammelt. Und zwar genau da, wo sie jetzt ihr „Thüringen Jahr“ genanntes Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolviert. Im Jugendwaldheim Gera-Ernsee.

Das ist eines von insgesamt drei Jugendwaldheimen in Thüringen. Als waldpädagogischer Lernort erfüllt es im Rahmen des Thüringer Waldgesetzes unter dem Motto „Lernen an einem anderen Ort“ einen gesetzlichen Bildungsauftrag. Dabei richtet es sich in erster Linie an Schulklassen der Stufen 3 und 4. Ziel ist es, den Kindern die Verflechtung von Wald und Mensch zu zeigen und mit ihnen zusammen aktiv den Wald zu gestalten – verantwortungsbewusst und nachhaltig.
Von Europa profitieren. Für die Karriere orientieren.

Das FÖJ gibt es seit 1993. Es richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzen es, um sich nach dem Schulabschluss auf ehrenamtlicher Basis beruflich zu orientieren. Darum unterstützt der Europäische Sozialfonds Plus (ESF Plus) Einrichtungen, die ein FÖJ anbieten. Sie tragen zur Schaffung qualifizierter Beschäftigung in Thüringen bei, einem Kernanliegen des ESF Plus. Das Waldjugendheim Gera-Ernsee setzt seit seiner Gründung im Jahr 1995 auf Freiwillige. „Weil die aufgrund ihres Alters häufig einen direkteren Zugang zu den Kindern haben“, wie Daniel Heinrich, Leiter des Jugendwaldheims Gera-Ernsee, berichtet.

Er hebt sogleich auch die besondere Rolle des ESF Plus bei der Finanzierung der FÖJ-Stellen hervor. Träger des Jugendwaldheims ist der Internationale Bund Jena, bei dem Cora Matschke tätig ist. Sie ist Ansprechpartnerin für die Freiwilligen im FÖJ und beantragt die EU-Mittel des ESF Plus. Die Unterstützung des ESF Plus deckt dabei rund 40 Prozent der FÖJ-Finanzierung ab und ist ein absoluter Gewinn für alle Beteiligten. Für das Jugendwaldheim, den Freistaat Thüringen und für Freiwillige wie Zane – die sich sogar über ein Taschengeld für ihr Engagement freuen kann.
Berufswunsch erfüllt.

Zane liebt es, mit den Kindern draußen im Wald zu sein. Sie genießt aber auch die Zeit in der Holz- und Schülerwerkstatt, die in ihren Verantwortungsbereich als Freiwillige fällt. Als eigenes Projekt hat sie das „Waldtor“ gestaltet. „Das sind zwei bunte Eichenstämme, die den Übergang vom Jugendwaldheim in den Wald symbolisieren“, erklärt Zane. Die eigenverantwortliche Umsetzung eines Projekts ist fester Bestandteil im FÖJ-Konzept des Jugendwaldheims. So hat Zane in ihrem FÖJ gelernt, Verantwortung zu übernehmen und auf Menschen zuzugehen. Dinge, die sie bei ihrer Ausbildung zur Forstwirtin gut gebrauchen kann. Auch wenn Zane das FÖJ mittlerweile beendet hat, bleibt sie der Einrichtung verbunden und fühlt sich in ihrem Berufswunsch bestärkt. Wer weiß, vielleicht kehrt sie eines Tages als Forstwirtin und Waldpädagogin zurück nach Gera-Ernsee. Nicht mehr als Freiwillige, aber ganz sicher freiwillig.





















